Von zahnlosen Eisbären und unerwarteten Torpedoschüssen.

Der kundige Leser wird es schon vermuten: Es geht um die Besetzungsausgaben des 2.Weltkrieges und die deutschen Feldpostmarken.

Die Auflösung einer großartigen Sammlung in über 500 (!) Losen steht beim Deutschland-Angebot unserer 5.Auktion sicherlich im Vordergrund.

Der seltenste Satz von Böhmen und Mähren ist die Flugpostausgabe (Mi.Nr. 20-27) von Mährisch-Ostrau; diese lokale Ausgabe erschien ja bereits vier Monate vor den regulären Marken des Protektorates. Ein postfrischer Satz mit dem Spitzenwert zudem in guter Zähnung „13 3/4“ ist in Randstücken im Angebot.
   
Für das besetzte Albanien war im Jahre 1944 eine weitere Ausgabe geplant, die den berühmten Skanderbeg-Helm zeigt. Die Ausgabe wurde nicht mehr realisiert. Nur wenige Probedrucke aus der Wiener Staatsdruckerei blieben erhalten. Der hier gezeigte Vorlagekarton ist von größter Seltenheit.
Die Besetzungsausgaben für das französische Dünkirchen sind gleich „reihenweise“ mit seltenen Paaren vertreten. Mini-Auflagen von 80-100 Stück sind die Regel.
   
Und wenn wir gleich „in Frankreich“ bleiben: Zu den Spitzenstücken der Legionsausgaben gehört sicher ein ungezähnter Eisbärblock. Mit nur 100 Stück Auflage kann man ihn wahrlich nicht als Massenware bezeichnen.
In einem kurzen Vorbericht alle Highlights aufzuzählen, ist unmöglich. Von den seltenen Lokalausgaben Litauens bis hin zu guten Marken von Zara reicht die Palette gesuchter Aufdruckwerte.
      
Ungezähntes gibt es dann z.B. noch bei den Kanalinseln, genauer gesagt, bei der Landschaftsausgabe von Jersey oder bei den ukrainischen Hilfspostmarken von Wladimir-Wolynsk.
   
Und noch ein kurzer Blick auf die Feldpostmarken:

Der „Torpedoschuss“ bei der U-Boot-Marke zeigt einen deutlichen Treffer..., aber auch die in guter Erhaltung selten anzutreffenden Inselpostmarken sind nahezu alle vertreten. Zum Abschluss des Angebotes kommen Kriegspropagandamarken unter den Hammer, darunter auch ein Randstück der beliebten „Frank“-Marke des Generalgouvernements.
   

Propaganda und Agitation

Die „KgU“, die „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“, operierte Anfang der 1950er Jahre von West-Berlin aus, um gegen die DDR zu agitieren.

„Undeutsche Undemokratische Republik“ lautet die Inschrift auf den leicht veränderten überdruckten Fünfjahrplanmarken. Den Originalmarken täuschend ähnlich sahen diese Propagandafälschungen aus, zudem wurde die „Berliner Stalinallee“ gleich auch noch zur „Strasse des 17.Juni“.

Sieht man sich einmal die Justiz-Historie der DDR an, kann man sich denken, was passiert wäre, hätte man den Absender dieses Briefes „dingfest“ gemacht.
Gleich fünf Exemplare dieser im „Michel“-Katalog unter der Nr. 7 der Propagandafälschungen gelisteten Marken hat der Absender verklebt und, sozusagen als Tarnung, noch mit regulären Briefmarken zufrankiert. Der Brief, von Berlin nach Heidelberg gelaufen, wurde sogar „per Eilboten“ abgefertigt, wie es auch der rückseitige Stempel dokumentiert.

Im Postbetrieb aufgefallen ist aber die „unerhörte“ Propagandafrankatur nicht, und so blieb ein großartiges Dokument deutscher Nachkriegsgeschichte für die heutige Sammlergeneration erhalten.

Rares aus der Bundesrepublik

Noch eine weitere Nachkriegsrarität aus unserem September-Angebot möchten wir an dieser Stelle vorstellen:

Eine 60 Pfg.-Marke aus dem bundesrepublikanischen Posthornsatz, linksseitig und zudem noch oben und unten je zur Hälfte ungezähnt und auch noch bedarfsmäßig verwendet auf einem Paketkartenabschnitt.
Wohl jeder Sammler träumt davon, ein solches Stück einmal in der Kiloware zu finden!

Eine verblüffende und ungemein dekorative Abart, von der bis heute ganze 3 (drei) Stücke bekannt geworden sind.

Ein Blick über den Zaun

zeigt Hochwertiges von Italien, und zwar insbesondere aus der Zeit der Sozialen Republik 1943-1945.  Das CLN (Comitati di Liberazione Nazionale), also das Nationale Befreiungskomitée veranlasste, dass in vielen Orten lokale Überdruckausgaben entstanden.

In Mantua wurden alte italienische Marken mit „P.S.I. Mantova“ überdruckt, was dann soviel hieß wie „Volle italienische Souveränität!“. Ganze 150 Sätze wurden solcherart überdruckt und es sind heute gesuchte Raritäten. Den einzig erhalten gebliebenen Viererblocksatz können wir anbieten.
   
Schweizer Klassik und beliebte Ausgaben von China sind preisstabile Gebiete und sie setzen dem „ausländischen“ Angebot einige Glanzlichter auf. Dazu gehört auch der „Schauspieler“-Block der Volksrepublik China, von dem ganze 20.000 Exemplare gedruckt wurden. Bezogen auf den riesigen Markt für dieses Sammelgebiet ist das doch geradezu eine „Mini“-Auflage.

„Social Philately“

ist ja heutzutage sehr „angesagt“. Eines der reizvollsten Stücke unseres Angebotes ist ein Brief von Capt. Christopher Allyn vom Walfangschiff „Phoenix“ aus „Tahita“ (Tahiti). Im Jahre 1836 berichtet er an seine Arbeitgeber in Connecticut über den Zustand des Schiffes, über die Moral seiner Mannschaft (ein Matrose war bereits desertiert) und über die weiteren Reisepläne. In alten Schifffahrtsunterlagen können wir nachlesen, dass er ein Jahr später mit 2900 Fässern Walfischöl nach New England zurückkehrte.  

Unser Titelblatt

ziert ein Brief aus den USA. Wir gehen zurück ins Jahr 1862. Das Bildnis von George Washington findet sich auf dem Höchstwert, einer 90c.-Marke in blauer Farbe (Scott No. 72).

Wie alle 90c.-Marken ist auch dieser Wert auf Brief von allergrößter Seltenheit.

Zusammen mit einer 24c. und einer 30c. Marke der gleichen 1861er Freimarkenausgabe bildet er das exorbitante 1$44c.-Porto für einen schwergewichtigen Brief nach England.

Macht man sich einmal klar, dass ein ganz normaler Inlandsbrief zu der Zeit 3 cents kostete, wird schnell klar, dass ein solcher Portobetrag nur auf Geschäftspost für übergewichtige Briefe oder im Auslandsverkehr benötigt wurde.

Der bekannte „Siegel“-Census listet dann auch nur ganze 51 erhalten gebliebene Briefe mit diesem hohen Wert auf – dagegen sind Briefe mit dem berühmten „Bayern-Einser“ deutlich häufiger zu finden!
Insgesamt gelangen über 4200  Lose zum Ausruf, davon allein fast 1300 Sammlungen und Posten aus aller Welt, ferner Ansichtskarten, Münzen und Banknoten sowie Autographen und Varia.

Der Katalog wird in der ersten August-Woche von unserer Druckerei versandt. Die Online-Version steht Ihnen an dieser Stelle ab dem 1. August zur Verfügung.


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